Wir leben in einer komplexen Welt, in welcher vieles von einander abhängig ist. Aus Gründen von Datenschutz (wer will schon ungefragt mit seinen Forschungsergebnissen die KI von Microsoft trainieren?–Stichwort: Datenabfluss oder Datenklau) habe ich mich von MS Windows getrennt und bin auf Linux umgestiegen. Das hat viele Vorteile, aber auch Nachteile (die Nutzung von Windows hat dagegen definitiv absolut inakzeptable Nachteile). Trotzdem läuft viel Software, insbesondere in Zusammenhang mit Mikroskopkameras in der Regel nur unter Windows oder Mac–in dem Punkt sind viele Hersteller rückständig; leider auch Zeiss.
Vor Jahren hatte ich mir ein gutes und sehr teures aufrechtes Mikroskop von Zeiss gekauft (zusätzlich zum Bino). Mit einer guten Mikroskopkamera Zeiss Axiocam 208 color. Dazu gab es eine kostenlose Software von Zeiss, die aber derart komplex zu bedienen ist, dass ich selbst als technikaffiner Gelegenheitsnutzer damit nie so richtig warm werden konnte. Trotzdem hatte ich 2025, damit ein gutes Foto der Vulva von Porrhomma microps hinbekommen. Jetzt mit dem Wegfall von Windows, werde ich wohl gar nicht mehr damit arbeiten können. Pierre Oger (arachno.piwigo.com) hatte erst mit einer billigen Mikroskopkamera begonnen, musste aber auf eine hochwertige umsteigen; mit den Billigmodellen hätte er nicht seine so guten Genitalfotos machen können. Damit ist klar, ich will unter Linux auf jeden Fall mit meiner guten Axiocam weiter arbeiten!
Ich habe mir jetzt bei Pulch&Lorenz (meinem Zeiss-Dealer) ein WiFi-Modul für die Axiocam bestellt (costa quanta 50 €) und hoffe, dass ich damit über die Zeiss Android-App Labscope (Link) Bilder machen kann–ob Focusstacking möglich sein wird, weiß ich nicht. Ich hasse es ja, mit so einem Smartphone-Minibildschirm arbeiten zu müssen–wenn sich mit dem Programm aber sonst gut arbeiten lässt und eine andere Lösung nicht zu realisieren ist, muss ich mir wohl mittelfristig ein Android-Tablet dazu kaufen :-(. – Ich mag keine Tablets.
Ich schrecke ja nicht davor zurück, Lösungen selber zu programmieren. Ich arbeite regelmäßig mit einigen selbst gebauten python-Skripten, um z.B. aus Excel, bzw. Libre Office Etiketten zu drucken oder Voretiketten für Coll-Serien zu erstellen (also Etiketten mit vorgedruckten Nummer für Proben, die ich archiviere) oder zum Erzeugen von QR-Codes. Wichtig sind gute Ergebnisse mit guter Technik. Vielleicht kann ich auch für die Kommunikation mit der Kamera ein Skript basteln? Hoffen wir das beste.it
Mit KI-Recherche habe ich erfahren, dass Zeiss die Schnittstelle zur Kamera nicht offengelegt hat, sondern nur zertifizierten Softwareherstellern entsprechende Einblicke gewährt. Allerdings wird zur Zeit gerade der KI-Agent „Reverse Engeneer Anything“ (REA) gehyped (=> Schreibweise), einem Analyseansatz, der hier hilfreich sein könne, um in DE legal die Schnittstelle nutzen zu können: REA. Allerdings bezweifle ich, dass ich die Energie habe, mich da rein zu knien. Ich hatte auf Youtube ein Video gesehen, wie jemand die Schnittstelle zu einem kleinen undokumentierten Drucker für seine Zwecke nutzbar zu machen, hinbekommen hat; leider finde ich das Video nicht mehr. Ich weiß also nur, dass das im Prinzip möglich ist.